Herzlich willkommen im
Über den Salon
Im Salon Seinsheim herrscht ein streitbarer Austausch in geselliger Runde. Er findet regelmäßig im Palais Seinsheim zu verschiedenen Themen statt. Kultur, Religion, Unternehmertum – hier treffen unterschiedliche Perspektiven in anregenden Gesprächen aufeinander. Wir laden regelmäßig Experten ein, um im Dialog auf dem Panel und im Anschluss bei Sekt und Häppchen persönlich auszutauschen.
Über Seinsheim
Der Salon verdankt seinen Namen dem Palais Seinsheim, gelegen im historischen Zentrum Münchens.
Das Palais wurde 1764 im Kreuzviertel erbaut – einem Viertel, das damals als Wohn- und Repräsentationsort des bayerischen Adels galt. Es diente als Stadtresidenz von Graf Joseph Franz Maria von Seinsheim, einem bayerischen Minister und Präsidenten der Akademie der Wissenschaften. Bereits zu seiner Zeit war das Palais ein Ort des Austauschs: Der Graf lud regelmäßig zu Zusammenkünften ein, bei denen politische, wissenschaftliche und kulturelle Themen besprochen wurden.
Zu den Gästen zählten unter anderem Wolfgang Amadeus Mozart, der 1780 hier verweilte, sowie Christian Friedrich Daniel Schubart. Damit steht das Palais Seinsheim in einer Tradition als Ort geistiger Begegnung und lebendiger Diskussion.
Wie viele Gebäude des Kreuzviertels wechselte auch das Palais im Laufe der Zeit mehrfach den Besitzer und ging schließlich in Bankbesitz über. Seit 1984 hatte der Bayerische Städtetag hier seinen Sitz. Im Jahr 2025 wurde das Gebäude von meinem Family Office erworben und erneut als Ort des Austauschs belebt – in Anknüpfung an seine ursprüngliche Funktion.
Melden Sie sich gerne zum nächsten Salon an. Aufgrund des begrenzten Platzangebots können wir die Einladung nur selektiv versenden.
Unser nächster Gast: Tobias Haberl
Tobias Haberl – Journalist bei der Süddeutsche Zeitung, bekannt für seine Auseinandersetzung mit Glauben und Religion sowie für sein Buch Unter Heiden.
„Ich bin katholisch. In meiner Kindheit war das eine Selbstverständlichkeit. Heute muss ich mich dafür rechtfertigen: Wie kann man im 21. Jahrhundert an Gott glauben? Und wie kann man immer noch in der Kirche sein – nach allem, was ans Licht gekommen ist? Es ist tatsächlich so, dass ich in meinem Alltag von Menschen umringt bin, die, wenn es um den Glauben geht, oft nur noch an Missbrauch und Vertuschung denken. Leider haben viele von ihnen keine Ahnung davon, was das bedeutet: Christ sein. Sie kritisieren etwas, das sie nie kennen gelernt haben, und vergessen, worauf es ankommt, den Trost, die Schönheit, die Hoffnung, aber vor allem: das Evangelium. Glaube ist mehr als Schlagwörter (Zölibat, Missbrauch, unzeitgemäß), auch mehr als eine Auszeit vom stressigen Alltag. Heute wird ständig wird gefordert, dass sich die Kirche verändern muss, um im 21. Jahrhundert anzukommen. Ich würde die Frage lieber umdrehen: Was kann das 21. Jahrhundert eigentlich von gläubigen Menschen lernen? Wie kann der Glaube das eigene Leben nicht nur verschönern, sondern vertiefen? Und wie lässt sich ein „zeitgemäßes Leben“ mit einem vermeintlich „unzeitgemäßen Glauben“ so verbinden, dass etwas Wahres und Gutes daraus entsteht?“